KIN 03.2010
14.06.2010

01 Holland Art Cities: Neuer Schwerpunkt "Holländische Meister"
02 Kees van Dongen in Rotterdam
03 Alexander der Große in der Hermitage Amsterdam
04 Rietvelds Universum in Utrecht

Niederländisches Büro für Tourismus & Convention
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01 Neuer Schwerpunkt „Holländische Meister“
Im dritten Themenschwerpunkt von „Holland Art Cities“ werden von Juli 2010 bis Mitte 2011 die „Holländischen Meister“ im Mittelpunkt stehen. Dabei handelt es sich zum einen um die berühmten alten Meister wie Rembrandt oder Vermeer sowie bekannte Maler der Moderne wie Kees van Dongen oder Designer wie Gerrit Rietveld. Zum anderen aber werden auch zeitgenössische niederländische Künstler ins Rampenlicht gerückt.
Im Rahmen des Veranstaltungsreigens „Holland Art Cities“ stellen die niederländischen Großstädte ihre Kunstschätze zur Schau. Beteiligte Museen sind in Amsterdam das Van Gogh Museum, die Hermitage, das Rijksmuseum und das Stedelijk Museum, das seine Pforten im Jahr 2011 für Besucher öffnen wird. In Den Haag sind es das Gemeentemuseum und das Mauritshuis, in Utrecht das Museum Catharijneconvent und das Centraal Museum sowie in Rotterdam das Museum Boijmans Van Beuningen und die Kunsthal.
„Holland Art Cities“ spielt sich nicht nur im Museum ab: Das Rahmenprogramm lockt mit zahlreichen Veranstaltungen und sorgt für zusätzliche Dynamik in den vier großen Städten. Ergänzend zur Bildenden Kunst kommen hier auch andere Genres zum Tragen: Musik, Tanz und Film. In Utrecht gibt es beim Festival Alte Musik historische Klänge zu belauschen, während das International Documentary Film Festival Amsterdam Nachdenkliches und Sozialkritisches aus aller Welt zeigt. Die Tanzhauptstadt Den Haag feiert beim Holland Dance Festival innovatives Talent, und beim North Sea Jazz Rotterdam geben sich Stars wie Norah Jones oder Sonny Rollins das Mikro in die Hand.
02 Kees van Dongen in Rotterdam
Der Rotterdamer Künstler Kees van Dongen machte sich einen Namen in Paris – nicht allein, weil er sich dort einige Zeit ein Atelier mit Picasso teilte, sondern vor allem wegen seiner Porträtkunst. Eine Ausstellung im Rotterdamer Museum Boijmans van Beuningen beleuchtet vom 18. September 2010 bis 23. Januar 2011 Van Dongens Entwicklung als Künstler, von den Anfängen als Maler über seinen Durchbruch bis hin zu seinem späteren internationalen Erfolg. Der Schwerpunkt liegt auf der Periode, die als grundlegend für sein Künstlertum gilt, die Jahre 1907-1914. Eine Auswahl von 80 Gemälden zeichnet ein Bild der Hauptentwicklungsphasen Van Dongens.
Sein Lebensstil war berüchtigt, seine ausschweifenden Atelierpartys wurden von Filmstars, bekannten Politikern und Künstlern besucht. „Die Frau“ war seine Muse, ihr Körper seine Landschaft und die damals blutjunge Brigitte Bardot sein bekanntestes Model. Was Andy Warhol in den 1960er Jahren für New York war, das war Kees van Dongen ab den 1920er Jahren für Paris; ein Society-Künstler, ein Bohemien. Obwohl er 1929 die französische Staatsbürgerschaft erhielt, galt er in den Niederlanden stets als holländischer Künstler, der im Ausland erfolgreich war. Seine farbenfrohen Gemälde werden heute zu Rekordpreisen gehandelt.
Das Museum Boijmans Van Beuningen zeigt in der Ausstellung repräsentative Beispiele für Van Dongens Porträtkunst. Im Vordergrund stehen seine Gemälde, zu denen er durch Reisen nach Ägypten, Spanien und Marokko (1910-1913) inspiriert wurde. Diese verführerischen Frauenporträts mit orientalischen Einflüssen, intensiven Farben und üppigen dekorativen Akzenten gehören zu seinen besten Werken. Neben Gemälden wird auch eine kleinere Serie von Zeichnungen sowie Keramik, Plakate und Fotos ausgestellt.
Kees van Dongen, Museum Boijmans Van Beuningen, Museumpark 18-20, Rotterdam
Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 11 bis 17 Uhr
www.boijmans.nl; www.hollandartcities.com
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03 Alexander der Große in der Hermitage Amsterdam
Eine Ausstellung unter dem Titel „Alexander der Große und der Weg nach Osten“ zeigt die Hermitage Amsterdam vom 18. September bis 18. März 2011. Kein Monarch des Altertums hat so die Phantasie der Menschen angeregt, wie Alexander der Große (356 v. Chr. – 323 v. Chr.; König ab 336 v. Chr.). Schon in frühester Kindheit inspirierte er die Menschen um sich herum. Alexander reiste auf den Spuren Dionysos' und kam so durch Länder wie Ägypten, Syrien, das heutige Afghanistan, Persien, Indien und die Mongolei. Überall gründete er neue Hauptstädte, die er allesamt Alexandria nannte. Er durchdrang den Orient mit seiner griechischen Kultur, im Gegenzug nahm aber auch die orientalische Kultur Einfluss auf die Griechen. Name und Ruhm Alexanders blieben auch nach dem Altertum noch bestehen. Vielen Fürsten Europas, Russlands und islamischer Länder galt er als leuchtendes Vorbild.
Gemälde, Wandteppiche sowie auch angewandte Künste erzählen die Geschichte von Alexander. In der Hermitage Ausstellung in Amsterdam kommen alle Aspekte ans Licht, verbildlicht mit Objekten des Altertums bis in die moderne Zeit, mit westlichem und nicht-westlichem Ursprung.
Alexander der Große und der Weg nach Osten, Hermitage Amsterdam, Amstel 51, Amsterdam, Öffnungszeiten: täglich 10 bis 17 Uhr, mittwochs bis 20 Uhr
www.hermitage.nl; www.hollandartcities.com
04 Rietvelds Universum in Utrecht
Das Centraal Museum in Utrecht widmet vom 20. Oktober 2010 bis zum 11. Januar 2011 dem berühmtesten Sohn der Stadt eine Ausstellung unter dem Titel „Rietvelds Universum". In der Schau wird das Werk des Möbelschreiners und Architekten Gerrit Thomas Rietveld (1888-1964) im Kontext der internationalen Moderne vorgestellt. Indem die Kuratoren den Künstler in den Fokus rücken und gleichzeitig mit anderen berühmten Zeitgenossen wie Frank Lloyd Wright, Le Corbusier oder Mies van der Rohe vergleichen, erscheint das Genie Rietvelds in neuem Licht und wird zugleich sein Beitrag zu Architektur und Design des 20. Jahrhunderts deutlich. Rietsvelds experimentelle Arbeitsweise steht im Zentrum der Ausstellung. So können Besucher etwa seine Suche nach einem Stuhl aus einem Stück nachverfolgen und dadurch erfahren, wie der berühmte Zickzack-Stuhl entstand.
Die Ausstellung ist ein Kooperationsprojekt des Centraal Museums, des Niederländischen Architekturinstituts, der Technischen Univerisität Delft und der Universität Utrecht. Leihgaben kommen aus großen internationalen Sammlungen des Centre Pompidou in Paris, der Fondation le Corbusier in Paris, des Museums of Modern Art in New York, des Stedelijk Museums Amsterdam, des Vitra Design Museums in Weil am Rein, des Bauhaus-Archivs Berlin und der Archive des Architekturinstituts GTA Zürich.
Das Centraal Museum besitzt die größte Sammlung mit Entwürfen von Rietveld weltweit. In Utrecht befindet sich auch das auf der Liste des UNESCO-Weltkulturerbes stehende Rietveld-Schröder-Haus. Im gesamten Jahr 2010 feiert Utrecht das „Rietveld Jahr“ mit besonderen Ausstellungen, Führungen und Workshops.
Centraal Museum Utrecht, Nicolaaskerkhof 10, Utrecht
Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 11 bis 17 Uhr
www.centraalmuseum.nl; www.hollandartcities.com

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05 Edvard Munch in der Kunsthal Rotterdam
Zum ersten Mal werden in den Niederlanden rund 150 Gemälde und Arbeiten auf Papier von Edvard Munch gezeigt. Die Ausstellung vom 18. September bis 20. Februar in der Kunsthal Rotterdam wirft ein neues Licht auf das faszinierende Œuvre des norwegischen Künstlers. Munchs Arbeiten basieren auf Ängsten, Obsessionen und Unsicherheiten. Durch die Farbgebung und Linienführung berühren seine Bilder den Betrachter bis heute. Alle Werke der Ausstellung sind Leihgaben aus persönlichen Sammlungen und somit einzig in dieser Ausstellung der Kunsthal Rotterdam zusammen zu sehen.
Die Schau macht die künstlerische Entwicklung Munchs sichtbar. Seine erste große Ausstellung 1892 im Verein Berliner Künstler wird zu einem Skandal. Das Flüchtige und Fragmentarische seiner Werke wird in der Presse kritisiert und die Ausstellung vorzeitig geschlossen. Während seines Aufenthaltes in Paris schafft er druckgrafische Werke, darunter die in mehreren Fassungen bekannte Lithographie Madonna: ein Frauenporträt, umrahmt von Spermatozoiden und begleitet von einem Embryo mit Totenkopf. Unter den Arbeiten aus dieser Zeit stechen in der Ausstellung Gemälde wie Sommernacht in Studenterlunden (1899) und Winter (1899-1900) sowie grafische Werke wie Das kranke Kind (1894), Vampir II (1895) und Eifersucht II (1896) hervor.
Edvard Munch, Kunsthal Rotterdam, Museumpark, Westzeedijk 341, Rotterdam
Öffnungszeiten: Dienstag bis Samstag 10 bis 17 Uhr, Sonn- und Feiertag 11 bis 17 Uhr
www.kunsthal.nl; www.hollandartcities.com
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06 Made in Holland: Alte Meister im Mauritshuis
Die Königliche Gemäldegalerie Mauritshuis in Den Haag zeigt vom 4. November 2010 bis 30. Januar 2011 eine private Sammlung alter holländischer Meister aus den USA, die Gemälde bekannter holländischer Meister wie Rembrandt, Frans Hals, Gerrit Dou, Frans van Mieris und Hendrick Avercamp umfasst. Üblicherweise sind Privat-Sammlungen der Öffentlichkeit nicht zugänglich. Es wurde eine seltene Ausnahme gemacht, und damit kann ein beträchtlicher Bestandteil einer derartigen Privatsammlung im Herbst 2010 im Mauritshuis ausgestellt werden.
An den ausgewählten Gemälden fällt auf, dass sie nicht nur besonders anziehend sind, sondern sich auch in einem hervorragenden Zustand befinden. Einige Gemälde aus dieser Privatsammlung waren zuvor auf Ausstellungen im In- und Ausland zu sehen. Aber der größte Teil dieser erstklassigen Sammlung ist zum ersten Mal für ein großes Publikum in Europa zu sehen.
Made in Holland: Alte Meister aus einer amerikanischen Privatsammlung
Mauritshuis Den Haag, Korte Vijverberg 8, Den Haag
Öffnungszeiten: Dienstag bis Samstag 10 bis 17 Uhr, Sonntag 11 bis 17 Uhr.
www.mauritshuis.nl; www.hollandartcities.com
07 Niederländer bei RUHR.2010
Unter dem gemeinsamen Kennzeichen NL-RUHR wirken die Holländer in der Kulturhauptstadt 2010 tatkräftig mit. An mehr als 150 Aktivitäten im Ruhrgebiet wird das Nachbarland beteiligt sein. Auf der Ebene der europäischen Länder sind die Niederlande somit der Partner, mit dem RUHR.2010 die intensivste Zusammenarbeit verbindet. Natürlich ist auch Dutch Design vertreten.
Unter dem Titel „Norm = Form“ ist bis 15. August im Gemeentemuseum Den Haag eine Ausstellung über Standardisierung und Design zu sehen. Diese Ausstellung kommt anschließend in die Stiftung Zollverein, wo sie vom 28. August bis 18. Oktober gastiert.
Unsere Kleidung, unsere Kücheneinrichtung, das Papier im Drucker – alles ist standardisiert. Und das ist gut so, denn eine Jeans wäre unbezahlbar, wenn sie immer wieder nach Maß angefertigt werden müsste. Durch zahlreiche Abstimmungen passt eine Schraube zur Mutter und eine Glühbirne in die Fassung. Viele namhafte Designer wie Dieter Rams, Piet Zwart und Mitglieder des Bauhaus haben diese Vorteile im
20. Jahrhundert dazu inspiriert, sich für Standardisierung einzusetzen. So entstanden Produkte, die nicht nur hochwertig und preiswert, sondern auch ästhetisch sind. Bei allem Nutzen für den alltäglichen Konsum ist es nicht weit her mit Kritik von Künstlern wie Joep van Lieshout und David Cerny. Daher zeigt die Ausstellung Norm = Form neben dem Fortschritt der Standardisierung auch die kritischen Randnotizen.
Bei der Ausstellung handelt es sich um ein Projekt von Design Den Haag und Kurator Timo de Rijk in Zusammenarbeit mit dem Gemeentemuseum Den Haag, DutchDFA, Ruhr.2010 und der Stiftung Zollverein.
www.gemeentemuseum.nl; www.nl-ruhr.de

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Vorschau
Dutch Design: Doppelausstellung im Museum Boijmans Van Beuningen
Eine Doppelausstellung mit dem Werk zweier bedeutender Künstler aus der Welt des Dutch Design zeigt das Rotterdamer Museum Boiimans van Beuningen vom 13. November 2010 bis 13. Februar 2011 unter dem Titel „Misfit“. Hella Jongerius ist eine der wichtigsten Designerinnen in der internationalen Designszene. Für „Misfit“ zeigt sie die Spitzenwerke ihres umfangreichen Œuvres. Johan Thorn Prikker (1868-1932) arbeitete im Stil der Art Nouveau und im Jugendstil. Mit über 250 Objekten, Zeichnungen und Gemälden, unter denen sich auch unbekannte Perlen befinden, beweist das Museum, dass Prikker über außergewöhnliches Talent verfügt.
Goldenes Zeitalter: Meistermaler Metsu im Rijksmuseum
Das Rijksmuseum Amsterdam zeigt vom 16. Dezember 2010 bis zum 20. März 2011 eine Ausstellung von Gabriel Metsu (1629-1667). Metsu zählt zusammen mit Johannes Vermeer, Jan Steen, Gerard ter Borch und Pieter de Hooch zu den führenden Malern des Goldenen Zeitalters der Niederlande. Die Ausstellung umfasst 35 Werke Metsus aus Museen und Privatsammlungen aus Europa und den USA. Mit dabei sind auch eine Reihe erst kürzlich entdeckter Gemälde. Die Ausstellung wird in Zusammenarbeit mit der National Gallery of Ireland und der National Gallery of Art, Washington D.C., organisiert.
Blumenstillleben: Tulpenpracht im Mauritshuis Den Haag
Unter dem Titel „Blumenstillleben“ präsentiert die Königliche Gemäldegalerie Mauritshuis Den Haag im Frühjahr 2011 eine Ausstellung, bei der die enge Beziehung der Niederlande zu Blumen die Hauptrolle spielt. Rund 35 Blumenstilleben sind vom 13. März bis 14. Juni 2011 im Mauritshuis zu sehen. Gezeigt werden holländische und flämische Werke aus der Zeit zwischen 1600 und 1750. Vertreten sind Arbeiten wichtiger Blumenmaler wie Jacob de Gheyn, Jan Brueghel, Jan Davidsz de Heem und Jan van Huysum. Besondere Aufmerksamkeit gilt zwei Frauen, die mit ihren Blumenstilleben Furore machten: Maria van Oosterwijck und Rachel Ruysch.




